Demonstrationen für sexuelle Selbstbestimmung in München (11.5.) und Annaberg-Buchholz (25.5.)

Mit Mahnwachen, Gehsteigbelästigungen, Anzeigen und co. werden christliche Fundamentalist*innen inzwischen auch in Deutschland verstärkt gegen das Menschenrecht auf sexuelle Selbstbestimmung aktiv. Im Mai haben sie gleich zwei Aktionen angekündigt: am 11. Mai 2019 in München und am 25. Mai 2019 in Annaberg-Buchholz.

Doch es gibt Protest! Dank Pro Choice München und Pro Choice Sachsen gibt es in beiden Städten breite Proteste. Wir rufen hiermit alle Aktivist*innen auf, sich an den Protesten zu beteiligen, und teilen die beiden Aufrufe!

Wie könnt ihr unterstützen?

– Macht die Aktionstage in eurem Freund*innenkreis bekannt: Teilt diese Seite auf Facebook, Twitter und Co. und ladet alle ein.
– Ihr könnt Plakate, Aufkleber und Flyer bestellen und bei der Mobilisierung unterstützen!
– Kommt zu den Mobi-Veranstaltungen und informiert euren Freund*innenkreis!
– Helft mit, die Kosten für die Demos zu decken!
– Verbreitet die Botschaften über die Sozialen Netzwerke!
– Kommt zu den Vorbereitungstreffen und helft bei der Demoorga mit.

Pro Choice München:

Radikale Abtreibungsgegner*innen planen am 11. Mai 2019 erneut einen Marsch der „1000 Kreuze für das Leben“ durch die Münchner Innenstadt, um so gegen Schwangerschaftsabbrüche zu protestieren. Auf diese antifeministische Hetze haben wir keinen Bock! Darum laden wir euch ein, am 10. und 11. Mai 2019 mit uns auf die Straße zu gehen.

Am 10. Mai feiern wir UNSER LEBEN & UNSERE ENTSCHEIDUNGEN und tragen unsere queerfeministischen Positionen auf die Straße. Mit viel Glitzer, Flitter und Musik demonstrieren wir gegen fade, graue Normen. Los geht es um 19 Uhr am  Garten. Am 11. Mai sabotieren wir die selbst ernannten „Lebensschützer*innen“ unter dem altbekannten Motto: IHR KÖNNT UNS KREUZWEISE!Es wird verschiedene Kundgebungen und Aktionen geben, um den Fundamentalist*innen den Tag so richtig zu versauen.

In Zeiten rechter Massenmobilisierungen gilt es zusammenzuhalten und Erkämpftes zu verteidigen. Denn die selbst ernannte „Lebensschutz“-Bewegung profitiert maßgeblich vom Rechtsruck und verbreitet mit ihren Vorstellungen der heterosexuellen, weißen Kleinfamilie gleichzeitig bewusst (extrem) rechte Positionen. Mit den so genannten „1000 Kreuze Märschen“ fordern sie ein generelles Verbot von Schwangerschaftsabbrüchen und verbreiten ihr christlich-fundamentalistisches Weltbild. Sie geben vor, „für das Leben“ zu sein, vertreten vermeintlich die „Kultur des Lebens“… das ist blanker Hohn angesichts der vielen tausend Menschen, die jedes Jahr weltweit an den Folgen eines Schwangerschaftsabbruchs sterben und der rund sieben Millionen Menschen, die schwerwiegende Komplikationen erleben, weil sie keinen Zugang zu sicheren Schwangerschaftsabbrüchen haben.

Pro Choice bedeutet nicht pro Abtreibung! Doch die Welt in der Abbrüche nicht mehr vorkommen, gibt es nicht. Abtreibungen hat es schon immer gegeben und wird es immer geben. Darum kämpfen wir dafür, dass ungewollt Schwangere eine En

tscheidung treffen können, ohne von radikalen Fundamentalist*innen unter Druck gesetzt, von der Gesellschaft stigmatisiert oder vom Staat kriminalisiert zu werden.  Die ekelhaften Positionen selbst ernannter „Lebensschützer*innen“ dürfen nicht unwidersprochen bleiben – egal ob in Berlin, Salzburg, Bern, München oder sonstwo auf der Welt.

Darum lasst uns am 10. und 11. Mai gemeinsam auf die Straße gehen.  Wir leben wie wir wollen und wir entscheiden wie wir wollen!  

WIR WOLLEN:

Ein Umdenken in der Gesellschaft! Es darf keine Rolle spielen,

  • ob Menschen mit oder ohne Behinderung auf die Welt kommen. Wirsind gegen eine normative Selektion durch pränatale Diagnostik.
  • welche Sexualität, Geschlechtsidentität- und welchen Ausdruck du lebst. Die sogenannte „Konversionstherapie“ ist Folter.
  • ob Menschen intergeschlechtlich oder trans-maskulin sind, wenn sie schwanger sind, müssen ihnen Beratungsstellen offen stehen.

Und wir fordern,

  • die sofortige Streichung der Paragraphen 218 und 219a StGB. Die Kriminalisierung von Schwangeren und Ärzt*innen muss endlich aufhören.

  • mehr Kliniken und Praxen, in denen ein Abbruch vorgenomm

  • en werden kann – die volle Kostenübernahme von Schwangerschaftsabbrüchen durch die Krankenkassen.
  • dass Schwangerschaftsabbrüche verpflichtender Teil der medizinischen Ausbildung werden – dass Ärzt*innen Abbrüche nicht mehr ohne die Angabe von Gründen verweigern können.

  • den kostenlosen Zugang zu Verhütungsmitteln.

Pro Choice Sachsen:

Leben schützen! Abtreibung legalisieren! – Für eine feministische Praxis!

Seit 2010 versammeln sich Abtreibungsgegner*innen zu einem sogenannten “Schweigemarsch für das Leben” in Annaberg-Buchholz.

Die Veranstaltung wird aktuell vom Verein “Lebensrecht Sachsen e.V.” organisiert und ist ein Sammelbecken für Personen und Organisationen, die Nationalismus, Sexismus und feindliche Einstellungen gegenüber homosexuellen Menschen

sowie trans, inter* und nicht binären Personen verbreiten. Eines ihrer Hauptziele ist das Verbot von Abtreibung, ohne die Möglichkeit auf Ausnahmen, sowie ein weiteres Bestehen des Vebots von Sterbehilfe.

Aufgrund restriktiver Gesetze haben jährlich ca. 22 Millionen ungewollt Schwangere weltweit keinen Zugang zu einem sicheren, legalen Schwangerschaftsabbruch. In Deutschland ist Schwangerschaftsabbruch per Strafgesetz geregelt und nur unter strengen Auflagen straffrei. Jedes Jahr sterben ca. 47.000 schwangere Personen an den Folgen von unsicher durchgeführten Schwangerschaftsabbrüchen. Unzählige weitere leiden unter gesundheitlichen Folgen oder juristischer Verfolgung.

Daher sind Abtreibungsgegner*innen nicht für das Leben. Denn wer das Leben ungewollt schwangerer Menschen schützen will, muss Abtreibungen legalisieren! Diese Legalisierung ist auch in Deutschland nicht erreicht. Im Gegenteil – noch immer stellen die §§ 218 ff. StGB Abtreibungen generell unter Strafe.

Wir kämpfen für ein selbstbestimmtes Leben und deshalb fordern wir:

  • Die Abschaffung von § 218 StGB! Abtreibungen müssen legal, kostenlos und sicher sein!
  • Informationsfreiheit umsetzen! Es muss möglich sein, öffentlich über Abtreibungsmöglichkeiten aufzukären! §219a StGB abschaffen!
  • Inklusion leben! Für eine Gesellschaft, in der es keine Rolle spielt, ob ein Kind mit oder ohne Behinderung auf die Welt kommt!
  • Die Gleichberechtigung aller sexuellen Lebensweisen und geschlechtlichen Identitäten!
  • Weltweiten kostenlosen Zugang zu Aufklärung über den menschlichen Körper und Sexualität, sowie Verhütungsmitteln!

Kommt mit uns am 25.05.2019 zur Demonstration (und Straßenfest) nach Annaberg-Buchholz! Fundis und Rechten den Tag versauen!

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