Pressemitteilung: Aktionstag für sexuelle Selbstbestimmung – Du hast die Wahl!

Berlin, 14.09.2021

Unter dem Motto “DU HAST DIE WAHL – 150 Jahre § 218 sind genug!” wird am Samstag zum zehnten Mal zur Demonstration für sexuelle, körperliche und reproduktive Selbstbestimmung aufgerufen. Der Aktionstag vom Bündnis für sexuelle Selbstbestimmung setzt in Berlin seit zehn Jahren ein überregional strahlendes Zeichen: Expert*innen, kreative Aktivist*innen und Gäste bieten am Samstag, den 18.09.2021 ab 12 Uhr am Brandenburger Tor auf dem Pariser Platz ein breit gefächertes Informationsprogramm mit anschließendem Demozug zum Paul-Löbe-Haus. 

Die Auftaktkundgebung widmet sich der 150-jährigen Kriminalisierung ungewollt Schwangerer. Hier sprechen Vertreter*innen aus der Beratungsstelle Pro Familia Stephanie Schlitt und Fiona Franz, sowie die OMAS GEGEN RECHTS. Nach Elke Hannack der Gewerkschaftsvertreterin der DGB beendet Ryan Plocher von der GEW die Auftaktkundgebung mit einem Beitrag zur schulischen Sexualerziehung und -bildung. 

Annika Kreitlow Sprecherin der medical students for choice: “Bei der Bundestagwahl in diesem Jahr geht es darum, die Paragrafen 218 und 219a endlich abzuwählen. Denn um die medizinische Versorgung von ungewollt schwangeren Menschen in diesem Land sicher zu stellen, braucht es dringend einen Wandel des politischen Willens und der Mehrheiten.“

Denn 150 Jahre Widerstand gegen § 218 sind genug!

Die Abschlusskundgebung am Paul-Löbe-Haus steht unter dem Zeichen Selbstbestimmt Leben und Lieben für alle Menschen weltweit. George Nebieridze wird über die Situation queerer Menschen in Georgien und die diskriminierende Gesetzeslage berichten. Auch Beiträge zu Ungarn, Texas und Argentinien wird es geben. In Deutschland lebende Migrant*innen und Geflüchtete sprechen derweilen über die Hindernisse mit denen sie nach wie vor konfrontiert sind. Die Künstlerin Lisa Maria Baier äußert sich zum Verbot ihrer künstlerischen Performance in Görlitz.

Für musikalische Untermalung sorgen die Frauentrommelgruppe uSAMBAra, Enno Kraus (Gesang) und René Pöhler (Piano) sowie Colin Self. Zum Nachdenken sorgt Kate McAllister mit ihrem Poetry Slam. Auch Dziewuchy Berlin wird eine Performance zeigen. Das ganze Programm finden Sie auf unserer Website.

Zur gleichen Zeit findet der falsche Marsch für das Leben statt. Extrem religiöse, konservative sowie rechte Gruppierungen fordern dort das totale Verbot von Schwangerschaftsabbrüchen nach dem Vorbild von Texas und Polen. Zuspruch und Zulauf bekommen sie u.a. auch von der AfD und CDU/CSU. Ihnen wollen wir nicht die Straße überlassen. 

Bei den Bundes- und Landtagswahlen am 26. September haben die Wähler*innen die Möglichkeit für ein Leben und Lieben ohne Bevormundung zu stimmen. Dafür haben wir die Wahlprogramme der demokratischen Bundestagsparteien begutachtet und sie zu ihren Positionen zur reproduktiven Gesundheit und zum Schwangerschaftsabbruch befragt. Die Statements der Parteien können unter https://wegmit218.de/wahlpruefsteine/ aufgerufen werden. 

Vor, während und nach der Veranstaltung werden die Hashtags #150JahreWiderstand #wegmit219a, #wegmit218 sowie #b1809 verwendet. Gern stellen wir am Tag selbst nach unseren Möglichkeiten auch Kontakt zu den Redner*innen her.

Eine Woche später, am 28. September 2021, findet außerdem der Internationale #SafeAbortionDay statt. Zusammen mit anderen Pro-Choice-Gruppen rufen wir deutschlandweit im Rahmen unserer diesjährigen Kampagne zum bundesweiten Aktionstag auf. 

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PRESSEKONTAKT

Bündnis für sexuelle Selbstbestimmung erreichen Sie unter:

0160 – 377 22 08 | presse@sexuelle-selbstbestimmung.de | Facebook | Twitter | Instagram: @prochoice_de | www.sexuelle-selbstbestimmung.de/presse 

Das Bündnis für sexuelle Selbstbestimmung ist ein breites Bündnis aus Beratungsstellen, verschiedenen feministischen und allgemeinpolitischen Gruppen, Verbänden, Gewerkschaften und Parteien sowie Einzelpersonen. Seit seiner Gründung 2012 organisiert es Proteste gegen den jährlich stattfindenden, bundesweiten sogen “Marsch für das Leben”. Neben der Streichung des Paragraphen 218 aus dem Strafgesetzbuch fordert das Bündnis eine geschlechter- und kultursensible Sexualaufklärung für alle sowie eine angemessene Unterstützung für jene, die sich für ein Kind entscheiden, damit sie ihre eigene Lebensplanung aufrechterhalten können.