Protest am Safe Abortion Day 2021 in Hamburg

Wir sind am Dienstag, den 28. September, dem internationalen Safe Abortion Day, von 16 bis 19 Uhr mit einer Aktion am Ballindamm in Hamburg präsent. Seid dabei, macht mit!

Sichere Schwangerschaftsabbrüche sind gefährdet. Es gibt immer größere Probleme, eine/n Ärzt:in zu finden, die einen Schwangerschaftsabbruch durchführt. Das Verbot von Fachinformation durch Ärzt:innen auf ihren Websites führt dazu, dass ungewollt Schwangere große Schwierigkeiten haben, sich schnell zu orientieren und Hilfe aufzusuchen.

Die Fristen, die das Strafgesetzbuch auferlegt, erhöht diesen Druck und kann zu schweren Belastungen führen – und auch dazu, dass die Frist nicht eingehalten werden kann. Das Austragen einer ungewollten Schwangerschaft aufgrund mangelnder medizinischer Versorgung und Vorenthalten von PatientInneninformationen ist aber ein schwerer Eingriff in die reproduktive, sexuelle und seelische wie auch körperliche Gesundheit. Und ein Verstoß gegen international ankerkannte reproduktive Rechte.

Der Bundesrat hat jüngst wiederholt den Vorstoß einiger Bundesländer, den § 219a StGB abzuschaffen, abgelehnt. Dies ist eine eklatante Ignoranz gegenüber dem Willen der Bevölkerungsmehrheit. Ärzt:innen werden durch den § 219a StGB kriminalisiert. Ungewollt Schwangere werden für dumm verkauft. Dahinter steckt ganz gezielt die Absicht, einen Schwangerschaftsabbruch durch Desinformation und Fristablauf zu verhindern! Dabei ist seit langem bekannt: Kein Schwangerschaftsabbruch wird dadurch verhindert, dass er verboten ist. Im Gegenteil: Er gefährdet das Leben der ungewollt Schwangeren und schürt nachhaltig ein sexistisches Klima gegen reproduktive Rechte.

Auch der § 218 StGB kriminalisiert Menschen, die eine bewusste Familienplanung planen und ernstnehmen. § 218 StGB stellt eine Notlage unter Strafe und die Ärzt:innen, die helfen wollen. Immer noch ist auch die Ausbildung von Mediziner:innen in dieser Frage mangelhaft. Damit muss endlich Schluss sein!

Länder, in denen Schwangerschaftsabbrüche entkriminalisiert wurden, beweisen im Übrigen, dass Abtreibungen nicht zunehmen. Wir fordern den neuen Bundestag und die neue Bundesregierung auf, endlich Abhilfe zu schaffen! Wir fordern den Hamburger Senat und die Bürgerschaft auf, sich dafür einzusetzen.