Pressemitteilung: LEBEN-LIEBEN-SELBSTBESTIMMT

+++ Update: aktualisiertes Programm +++

Pressemitteilung: LEBEN-LIEBEN-SELBSTBESTIMMT
Kundgebung für sexuelle Selbstbestimmung am Pariser Platz.

Berlin, 18.9.2020

Unter dem Motto LEBEN-LIEBEN-SELBSTBESTIMMT rufen wir, das Bündnis für sexuelle Selbstbestimmung, am Samstag, den 19. September 2020 zur Kundgebung am Pariser Platz auf. Ab 12 Uhr setzen wir mit Redebeiträgen und Kunstaktionen erneut ein klares Zeichen für Selbstbestimmung, sexuelle Vielfalt und bunte Lebensentwürfe. Mit einer großangelegten Fotoaktion starten wir außerdem die Kampagne “150 Jahre Widerstand gegen §218”.

Programm Kundgebung “LEBEN-LIEBEN- SELBSTBESTIMMT“

12:15 -12:30 Uhr Trommelgruppe Rhythms of Resistance und Riesenseifenblasen von Pippifax

12:30 – 12:50 Uhr:  150 Jahre SAB im StGB – Kämpfe dagegen

  • Eröffnung und Redebeitrag Bündnis für sexuelle Selbstbestimmung
  • Eine lange Geschichte kurz erzählt (Gisela Notz)
  • Bedeutung gewerkschaftlicher Positionierung (Brigitte Schero, Mitglied im Präsidium des Verdi-Gewerkschaftsrates)

12:50 – 13:00 Uhr  kurzes Bühnenstück von  S.K.E.T (Schnelle kulturelle Eingreiftruppe) des Theaters X  zur Thematik  § 218 in den 20-/30 er  Jahren

13:00- 13:10 Uhr: Leben –Lieben – Selbstbestimmt

  • Selbstbestimmung für transgeschlechtliche und intersexuelle Menschen (Jamie Kerner von Rechtshilfe für trans*, inter* und nicht-binäre Menschen)
  • Situation von LGBTIQ in Ungarn (Gábor Surányi von der Freien Ungarischen Botschaft)

13:10 bis 13:20 Uhr   Künstlerischer Beitrag Xilian mit Trapezshow “Felinaero” (eine feministische Kurzgeschichte über eine Katze, eine Frau *und ein Trapez)

13: 20 – 13:30 Uhr Fotoaktion zum Kampagnenstart “150 Jahre Widerstand gegen §218” zu Trommelmusik 

13:30 – 13:45 Uhr Herausforderungen in Corona-Zeiten und Notwendigkeit internationale Kämpfe der Pro Choice-Bewegung zu verbinden

  • Corona: Verschärfung entstandener Versorgungsprobleme bei ungewollten Schwanger-schaften in Deutschland (Christiane von Rauch, Doctors for Choice Germany)
  • Corona: Versorgungsnotstand für ungewollte Schwangere aus Polen (Urszula Bertin von Ciocia Basia)
  • Der Kampf für reproduktive Gerechtigkeit aus der Perspektive von Geflüchteten (Women in Exile)
  • Gesundheitlichen Probleme von Migrantinnen – FGM sowie Zugang zu reproduktiven Rechten und ärztliche Versorgung für Geflüchtete (Binta von Space2Grow)

13:45  polnische Rapper*innen der Gruppe Do3xsuka 

“Es ist eine Schande, dass Menschen in Deutschland bereits seit 150 Jahren gegen die Kriminalisierung von Schwangerschaftsabbrüchen kämpfen müssen. Die anhaltende Pandemie hat die Situation für Frauen* jetzt hier und weltweit noch einmal verschärft. Deswegen rufen wir auch dieses Jahr dazu auf, für das Recht auf Selbstbestimmung auf die Straße zu gehen, Frauen* und bunte Lebensentwürfe zu feiern und gleichzeitig auf die aktuellen Missstände aufmerksam zu machen”, so Ines Scheibe, Mitgründerin des Bündnisses und in der Schwangerschaftskonfliktberatung tätig.

Der Aktionstag kündigt ein bitteres Jubiläum an: Im nächsten Jahr wird es den Paragraphen 218, der Schwangerschaftsabbrüche und Ärzt*innen kriminalisiert, 150 Jahren geben. Ebenso lange währt der Kampf für seine Streichung. Gisela Notz, Historikerin und Mitglied im Bündnis für sexuelle Selbstbestimmung wird diese Geschichte des Widerstands kurz darstellen. Warum sich Gewerkschaften für die Streichung von §218 einsetzen, erklärt Brigitte Schero, Mitglied im Präsidium des Verdi-Gewerkschaftsrates. Auch den Kämpfen der LGBTIQ*-Community möchten wir Raum geben: Gábor Surányi von der Freien Ungarischen Botschaft wird über die Situation in Ungarn sprechen und weitere Redebeiträge sollen auf die Probleme und Hürden aufmerksam machen, denen transgeschlechtliche und intersexuelle Menschen noch heute tagtäglich begegnen, sowie auf die neuen Diskriminierungen durch das Adoptionshilfegesetz insbesondere für lesbische Paare.

Mit einer großangelegten Fotoaktion um etwa 13.15 Uhr soll dann der Kampagnenauftakt “150 Jahre Widerstand gegen §218” visuell begangen werden.

Nicht zuletzt hat die Corona-Krise hier und international die Ungleichheiten der Geschlechter aufgezeigt und das obwohl vor allem Frauen in den sogenannten “systemrelevanten” Berufen arbeiten. Alte Rollenmuster werden verfestigt, indem Frauen mit der Doppelbelastung Homeoffice & Kinderbetreuung meist auf sich allein gestellt sind. Ebenso stiegen die Vorfälle von häuslicher Gewalt stark an. Gleichzeitig hat die aktuelle Gesetzeslage den Zugang zu Schwangerschaftsabbrüchen zusätzlich massiv erschwert. Über die Verschärfung entstandener Versorgungsprobleme bei ungewollten Schwangerschaften in Deutschland sprechen deswegen Christiane von Rauch von Doctors for Choice Germany. Urszula Bertin von Ciocia Basia informiert über den Versorgungsnotstand für ungewollte Schwangere aus Polen. Die Situation von Migrant*innen soll zudem thematisiert werden.

Für künstlerische Abwechslung sorgen dabei unter anderem eine Trommelgruppe, die polnischen Rapper*innen der Gruppe Do3xsuka, SKET vom Theater X und XILIAN. Das laufend aktualisierte Programm mit allen Redner*innen und Künstler*innen sowie unseren Aufruf zum Aktionstag finden Sie auf unserer Webseite und Facebook.

Zeitgleich zu unserer Kundgebung startet um 13 Uhr wieder der sogenannte “Marsch für das Leben”. Extrem religiöse, fundamentalistische, konservative sowie rechte Gruppierungen fordern dort das totale Verbot von Schwangerschaftsabbrüchen und sprechen Menschen damit das Recht auf Selbstbestimmung über ihren eigenen Körper ab. Dafür können wir ihnen nicht die Straße überlassen. Wir werden lauter und bunter sein! Für Leben und Lieben – gegen Fremdbestimmung und Hass!

Wir freuen uns, wenn Sie unsere Veranstaltung in Ihren Medien ankündigen und bei Ihrer Berichterstattung berücksichtigen. Vor, während und nach der Veranstaltung werden die Hashtags #berlin4choice, #wegmit219a, #wegmit218 sowie #b1909 verwendet. Unter presse@sexuelle-selbstbestimmung.de können Sie mit uns Kontakt aufnehmen. Gern stellen wir am Tag selbst nach unseren Möglichkeiten auch Kontakt zu den Redner*innen her.

Eine Woche später, am 28. September 2020, findet außerdem der Internationale #SafeAbortionDay statt. Zusammen mit anderen Pro-Choice-Gruppen deutschlandweit rufen wir zu diesem Anlass zum bundesweiten Aktionstag auf. Denn der Schwangerschaftsabbruch ist Grundversorgung: Egal wo. Egal wer. Egal warum.

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PRESSEKONTAKT

Das Bündnis für sexuelle Selbstbestimmung erreichen Sie unter:

0160 – 377 22 08 | presse@sexuelle-selbstbestimmung.de

Das Bündnis für sexuelle Selbstbestimmung ist ein breites Bündnis aus Beratungsstellen, verschiedenen feministischen und allgemeinpolitischen Gruppen, Verbänden, Gewerkschaften und Parteien sowie Einzelpersonen. Seit seiner Gründung 2012 organisiert es Proteste gegen den jährlich stattfindenden, bundesweiten “Marsch für das Leben”. Neben der Streichung des Paragraphen 218 aus dem Strafgesetzbuch fordert das Bündnis eine geschlechter- und kultursensible Sexualaufklärung für alle sowie eine angemessene Unterstützung für jene, die sich für ein Kind entscheiden, damit sie ihre eigene Lebensplanung aufrechterhalten können.

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