Podiumsdiskussion: Ist die sexuelle Selbstbestimmung in Gefahr?

Der neue Einfluss christlicher Fundamentalisten.

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Am 18. September 2013 von 19 bis 21 Uhr
im Loft der Urania Berlin, Kleiststr. 13-14, 10787 Berlin

Wer einmal erwartet hatte, dass die Macht von religiösem Fundamentalismus und reaktionären Ansichten auf die gesellschaftlichen und politischen Verhältnisse mit der Moderne verschwindet, muss sich heute eines Anderen belehrt sehen: Weltweit wachsen wieder Bewegungen, die sich vor allem gegen die Rechte von Frauen und homosexuellen Menschen wenden. Die Möglichkeit zum Abbruch einer Schwangerschaft steht dabei in vielen Staaten ebenso ganz oben auf der Liste der Forderungen nach staatlichen Verboten wie Gesetze gegen das Recht von Menschen, ein ihrer sexuellen Identität entsprechendes Leben gleichberechtigt führen zu können.

Teils drastische Konsequenzen der christlich-fundamentalistischen Einflussnahme zeigten sich in den letzten Jahren unter anderem in Gestalt von Anti-Homosexuellen-Gesetzen, die in einigen Staaten Afrikas lebenslange Haft oder sogar die Todesstrafe vorsehen, wie auch in der staatlichen Repression gegen die Tätigkeiten von feministischen und atheistischen Organisationen in osteuropäischen Ländern. Schlagzeilen machte zuletzt das russische Gesetz gegen „Homo-Propaganda“, die öffentliches Reden über das Leben als schwuler und lesbischer Mensch verbietet – was besonders im Zusammenhang mit den olympischen Winterspielen in Sotschi 2014 zu öffentlichen Kontroversen geführt hat, denn ein Teil der Sportler_innen ist homosexuell.

Und auch in Deutschland mobilisieren evangelikale Gläubige gemeinsam mit katholischen Fundamentalisten und Nationalisten für das Ziel, die gesellschaftlichen Verhältnisse in die vormoderner Zeiten zu wenden. Öffentliche Stimmungsmache und politischer Lobbyismus gegen das Recht auf den Abbruch einer Schwangerschaft, gegen die rechtliche Gleichstellung homosexueller Menschen oder auch für das Verbot ärztlicher Suizidhilfe für todkranke Menschen stehen auf ihrer Agenda. Eine aktuelle EU-Bürgerrechtsinitiative zielt derzeit darauf,  der Verbesserung der sexuellen und reproduktiven Gesundheit in Entwicklungsländern den finanziellen Boden zu entziehen. Eindrücklich zeigte schließlich der #Aufschrei zum Jahresbeginn, wie patriarchalischer Sexismus sogar von politischer Prominenz „hoffähig“ gehalten wird.

Wie weit reicht der neue Einfluss christlicher Fundamentalisten auf unsere Gesellschaft? Woraus speisen konservative und reaktionäre Strömungen ihre Anziehungskraft? Was sind die Motive der Menschen, die auf die staatliche Bevormundung von Frauen, homosexuellen Menschen oder anderen Minderheiten hinarbeiten? Welche Mittel und Wege gibt es, darauf effektiv zu reagieren? Wie lässt sich eine freiheitliche Gesellschaft erhalten, wie vorhandene Missstände abstellen? Wer sind Bündnispartner beim Kampf gegen Fundamentalismus und Diskriminierung?

Darüber diskutieren am 18. September 2013 um 19 Uhr in der Urania Berlin:

  • Dr. Fiona Lorenz (Giordano-Bruno-Stiftung, Potsdam)
  • Anne Wizorek (Beraterin für digitale Medien und Online-Kommunikation, Berlin)
  • Anja Kofbinger (LSVD Berlin-Brandenburg e.V.)
  • Hartwig Hohnsbein (Pfarrer i.R. und Politologe, Göttingen)
  • Anne Thiemann (Landesverband profamilia Berlin e.V.)

Moderation: Sybill Schulz, Geschäftsführerin im Berliner Familienplanungszentrum – BALANCE

Die Podiumsdiskussion ist eine Veranstaltung des Netzwerkes Sexuelle Selbstbestimmung mit Unterstützung des Bildungswerkes der Heinrich-Böll-Stiftung und der Urania Berlin e.V., realisiert mit Mitteln der Deutschen Klassenlotterie Berlin.


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